Festivalsommer Bonusgeschichte

Happy Halloween

Da Katharina Wolf und ich »Flonas« vermissen, haben wir eine Halloweengeschiche für euch geschrieben.

Jonas

»Jonas, warum schaust du dich andauernd wie ein ausgesetzter Welpe um?«, fragte Finn und drückte mir eine Wasserflasche in die Hand. Mit seinem Bier stieß er dagegen. »Das ist eine Halloween-Party.« Als könnte ich das vergessen. Jedes Mal, wenn ich in sein Gesicht sah, wurde ich daran erinnert, denn er hatte sich gegen ein Kostüm entschieden, trug also nur seine übliche Kleidung. Schwarze Hose und schwarzes Shirt. Dafür hatte er sich ein sehr aufwändiges Skelett-Make-Up geschminkt.
»Ich warte auf Flo. Er müsste längst hier sein«, sagte ich, ohne auch nur einmal den Blick von Finn abzuwenden.
»Bestimmt kommt er bald.«
Immer noch starrte ich Finn an.
»Alter, willst du mit mir knutschen, oder warum siehst du mich so an?«
»Ich bin beeindruckt, weil du dich so gut schminken kannst.«
»Ey, ich steche Tattoos, also schaffe ich es ja wohl auch mit ein paar Pinseln mein Gesicht anzumalen.« Kurz ließ er den Blick über mein Kostüm schweifen. »Und nächstes Jahr kümmere ich mich auch um dein Kostüm. Das hier«, er wedelte abfällig mit seiner Hand, »ist grauenvoll.«
Da war ich anderer Meinung. Ich hatte mich als Lampengeist verkleidet, was vor allem daran lag, dass ich obenrum nur ein offenes grünes Jäckchen tragen konnte und untenrum eine goldene Hose in Lampenform. »Das würdest du nicht sagen, wenn du gleich Anton fragen könntest, ob er mal an deiner Lampe reiben will.«
Nun prustete Finn los. »Dann frag das mal Flo, der ist nämlich gerade zur Tür reinkommen und verrenkt sich den Hals, auf der Suche nach dir.«
Sofort drehte ich mich um, kam aber ins Stocken. Was zur Hölle hatte Flo da an?
Und was denkt ihr? Was für ein Kostüm trägt Flo?
Die Antwort gibt es bei @katharina.wolf.autorin.

Flo

Wo war nur Jonas? Es wäre bestimmt einfacher ihn zu finden, wenn ich wüsste, als was er verkleidet war. Aber nein, wir wollten uns ja überraschen. Neben mir stand ein Donald Trump, der sich mit einem Zebra unterhielt. Daneben tanzten die Beatles mit einer Erdbeere und einem Jedi zu den Bässen von irgendeinem elektronischen Song. Aber niemand davon schien Jonas zu sein. Plötzlich nahm ich zwei winkende Gestalten weiter hinten wahr. Ein echt grusliges Skelett, das ich als Finn identifizierte, und Jonas. WAS ZUR HÖLLE WAR DAS FÜR EIN KOSTÜM?
Ich lief zu den beiden rüber und betrachtete Jonas eingehend von oben bis unten. Eventuell begutachtete ich seinen nackten Oberkörper etwas länger als nötig.
»Was ist das?«, fragten wir gleichzeitig und brachten damit nicht nur uns, sondern auch Finn zum Lachen.
»Ich bin ein Flaschengeist«, meinte Jonas daraufhin und stemmte stolz die Fäuste in die Seiten. »Und normalerweise würde ich dich fragen, ob du an meiner Lampe reiben magst, aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wen oder was stellst du denn überhaupt dar?«
»Ich bin Albert Einstein.« Beide sahen mich stumm und mit hochgezogenen Augenbrauen an. Was war denn da so schwer so verstehen? Ich trug einen Altherren-Anzug in grau, eine weiße struppige Perücke und einen aufgeklebten Schnauzbart. Zur Demonstration streckte ich noch auf Albert Einstein typische Art die Zunge heraus.
»Aahhh«, kam es von den beiden Spinnern unisono.
»Mensch Flo, der Sinn von Halloween ist doch, sich entweder nuttig oder gruselig anzuziehen«, nörgelte Jonas »Du als Polizist. Das wäre hot gewesen.« Er ließ die Augenbrauen anzüglich hüpfen. Dann sah er verzweifelt auf meinen grauen Nadelstreifenanzug. »Jetzt kommt es mir so vor, als hätte ich einen Daddy-Kink entwickelt.« Ich lachte auf.

Jonas

»Irgs«, stöhnte Finn. »Das war mein Stichwort.« Mit diesen Worten steuerte er auf seine neue Kollegin aus dem Tattooladen zu und steckte ihr, ohne darauf zu achten, dass sie sich eigentlich gerade mit jemandem unterhielt, die Zunge in den Mund.
Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange und brachte ein wenig Abstand zwischen uns. »Interessiert?«
»Ich glaube, dein neu entwickelter Daddy-Kink ist nicht dein einziges Problem«, antwortete Flo lachend und küsste mich zärtlich auf die Lippen. »Oder dein einziger Kink.«
Der Fake-Bart kitzelte etwas, aber das war nichts, was mich davon abhielt, den Kuss zu intensivieren. Vielleicht war Flos Kostüm gar nicht so übel.
»Albert, ich glaube dem Teil mit dem Lampenreiben steht von meiner Seite aus nichts mehr im Weg.« Grinsend zwinkerte ich ihm zu.
»Haben diese Anmachsprüche eigentlich früher funktioniert?« Er klang nicht eifersüchtig, eher so, als würde ihn die Antwort wirklich interessieren. Vielleicht rechnete er auch damit, dass sie ihn amüsieren würde.
Ich seufzte. »Jedes vierte Mal. Ungefähr.«
»Und du meinst, bei mir haut das auch hin?«
»Kommt darauf an, ob Albert auf wenig subtile Kerle steht«, meinte ich mit einem Lächeln im Gesicht und legte meine Hände auf Flos Hüften.
»Und was ist mit deinem Freund?«, stieg er endlich auf mein Spielchen ein.
»Keine Ahnung, wo der sich herumdrückt. Er hat mir heute ein sexy Kostüm versprochen. Noch konnte ich ihn aber in keinem sexy Feuerwehrmann-Kostüm finden.«
Flo prustete los. »Jonas, wenn du so viel Mist laberst, kann ich nicht ernst bleiben.«
»Küss mich einfach. Dann halte ich für einen Weile meinen Mund.«

Flo

Knutschend bewegten wir uns quer durch den Raum. Hier und da rempelten wir ein paar Leute an, die bei unserem Anblick meistens nicht böse sein konnten, sondern eher in lautstarkes Gelächter ausbrachen. Eine magische Lampe und Albert Einstein… Wir waren schon ein seltsames Gespann.
»Wo führst du mich eigentlich gerade hin?«, fragte Jonas atemlos.
»Lass uns doch hier drin weitermachen, bevor uns dein Freund erwischt.« Ich zwinkerte ihm zu und war mir durchaus darüber im Klaren, wie lächerlich ich dabei aussehen musste. Jonas schien das aber nicht mehr zu stören.
»Du willst ernsthaft mit mir auf dem Klo verschwinden?« Jonas wirkte überrascht. Aber nur für eine Sekunde. Schnell hatte er sich gefangen und grinste mich süffisant an. »Und was hast du dort mit mir vor?« raunte er mir zu.
»Find’s heraus«, antwortete ich und legte meine Lippen wieder auf seine.
Die Toilette war zum Glück frei. Wir schlossen die Tür hinter uns ab und ich drückte Jonas sofort gegen selbige, um ihn erneut stürmisch zu küssen. Jonas verstand, dass wir nicht allzu viel Zeit hatten und begann sofort an meiner Anzughose herumzunesteln. Vom penetranten Türgerüttele ließen wir uns nicht stören. Wenn jemand pinkeln musste, sollte er verdammt noch mal das Waschbecken in der Küche benutzen. Als Jonas den Knopf meiner Hose geöffnet hatte und mit seiner Hand hineinfuhr, geriet er ins Stocken.
»Nicht dein Ernst…« Er sah mich mit großen Augen an. Bei seinem Anblick musste ich grinsen. Er beugte sich herunter und lachte dann begeistert auf. »Du trägst nichts drunter. Das ist heiß.«
»Siehst du, selbst Albert Einstein kann heiß sein.«
»Gott, du könntet echt alles tragen und ich würde es trotzdem mit dir tun. Wollen.«
»Sag mal? Kackt da drin einer?«, rief es daraufhin wütend von draußen. Gefolgt von weitem Geklopfe und hektischem Türklinkengerüttel.
»Alter, verpiss dich«, rief Jonas und trat mit der Ferse einmal gegen das Holz der Tür hinter ihm.
»Okay…« Ich lachte leise in mich hinein und küsste Jonas auf den Mundwinkel. »Das volle Programm gibt’s dann wohl erst zu Hause.«
Wir seufzten beide enttäuscht auf.
»Schneller Handjob?«, fragte Jonas mit einem Augenzwinkern.
»Einverstanden.«